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Kirchort Zur Heiligen Familie

Kurzer Kirchenführer durch die Kirche "Zur Hl. Familie", Rhede

Herzlich willkommen in der katholischen Kirche "Zur Hl. Familie" in Rhede!
Dieser Kirchenführer möchte Ihnen helfen, die Kirche "Zur Hl. Familie" etwas näher kennen zu lernen. Sie wurde vor fast 50 Jahren erbaut, als die katholische Kirche in Rhede noch Volkskirche war und von allen Getauften sonntags besucht wurde. Ihr Name "Zur Hl. Familie" sollte Motto, Schutz und Vorbild sein für alle Familien der Gemeinde.
Im Jahre 2007 gehören zu unserer Pfarrgemeinde 5.100 Mitglieder. Leider hat der Kir-chenbesuch in den letzten Jahren kontinuierlich abgenommen. Dennoch versammeln sich an den Wochenenden und an allen Werktagen viele Gläubige hier zum Gebet und zur Mitfeier der Gottesdienste. Betrachten Sie bitte unsere Kirche nicht als Museum, sondern als ein Haus Gottes, wo täglich gebetet wird und Gott gegenwärtig ist.
Kurze Baugeschichte: Da die große St. Gudulakirche an den Sonntagen überfüllt war und weil Bischof Michael Keller überschaubare Seelsorgebezirke wünschte, wurde seit 1954 der Neubau geplant. Am 28.02.1957 erfolge der erste Spatenstich und am 28.04.1957 wurde der Grundstein gelegt. Am 14.12.1958 wurde die Kirche durch Weih-bischof Heinrich Baaken eingeweiht. Der Architekt des Gebäudes war Dipl. Ing. E. M. Kleffner aus Münster. Die Inneneinrichtung wurde zum größten Teil von H. G. Bücker, Vellern, gestaltet und einige spätere Ergänzungen von Josef Baron, Hemmerde. Die Fenster wurden entworfen von Prof. Vinzenz Pieper, Münster-Angelmodde.

Betrachtet man die aus Ibbenbürener Bruchstein erbaute Kirche vom Osten, deutet das Gebäude eine Schiffsform an. Unwillkürlich denkt man an das Lied "Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt". Von der Westseite laden das vorragende Dach und die vorspringenden Mauern der Seitenkapellen zum Eintreten ein. Zwischen den beiden Haupteingangstüren befindet sich die Taufkapelle, deren blaugrüne Verglasung den Jordan andeutet. Auf dem Dach der Taufkapelle befindet sich eine vergoldete Darstellung des Hl. Johannes des Täufers, der Jesus am Jordan tauft. Eine weitere Darstellung des Hl. Johannes befindet sich in einem der Wabenfenster. Die Figur kann man im Inneren der Taufkapelle sehen.
Betritt man die Kirche von der Westseite durch die Hauptportale, so muss man zuerst den Türgriff in Form eines Drachens niederdrücken. Der Drache ist ein Symbol des Bösen. Der benachbarte Türgriff hat die Form eines Engels. Der Engel bietet Hilfe und Schutz im Kampf gegen das Böse. In der Kirche mit ihren starken Mauern fühlt sich der Besucher geschützt und geborgen wie in einer Burg.
Die erste große Renovierung erfolgte im Jahr 1965. Das Dach wurde 2000 erneuert.

Im Innenraum der Kirche richtet sich der Blick über das lange Kirchenschiff gen Osten auf den Altar als den Mittelpunkt des Raumes. Der Altar ist als schlichter, stabiler Tisch geformt aus hellem Marmor. Er hebt sich deutlich ab vom dunklen Fußboden der Kirche und der erhöhten Altarinsel. Im Altartisch befinden sich Reliquien von Papst Pius X., von der hl. Maria Goretti und vom hl. Ignatius. Den Altartisch und die großen Kerzenständer entwarf der Bildhauer Bücker aus Velbern.
Vom Ambo (Lesepult) wird das Wort Gottes verkündet, die Predigt gehalten und werden die Fürbitten vorgetragen. Die Gestaltung erfolgte durch den Künstler J. Baron. Er wählte den gleichen hellen Marmor, aus dem der Altar gestaltet ist. Die Bronzeplatte auf dem Ambo stellt das Pfingstgeschehen dar. Viele Feuerzungen in Form eines Feuervogels kommen herab auf die mit Maria versammelten Apostel.
Rechts neben der Altarinsel befindet sich der Tabernakel (vom lateinischen "tabernaculum" - Zelt). Seine Türen deuten ein Zelt an. Im Bundeszelt war Gott den Israeliten auf ihrer langen Wüstenwanderung nahe. Katholiken glauben, dass Jesus Christus in der Eucharistie bleibend real gegenwärtig ist. Daran erinnert die ständige brennende rote Lampe, das so genannte "Ewige Licht". Rund um den Tabernakel ist in vergoldeter Bronze das Himmlische Jerusalem mit zwölf Toren dargestellt, wie es der Hl. Johannes in einer Vision sah. Er ist das Ziel aller Christen, das sie mit Hilfe des Hl. Brotes als Stärkung nach dem irdischen Pilgerweg erreichen möchten.

Direkt neben dem Tabernakel befindet sich das große VerkündigungsfesterVerkündigungsfester. Der Engel Gabriel bringt Maria die Botschaft, dass Gott sie zur Mutter seines Sohnes erwählt hat. Als Maria in den Plan Gottes einwilligt, wird sie erfüllt vom Hl. Geist, der in Gestalt einer Taube mit hellleuchtendem Lichtkranz dargestellt ist. Die vielen Zweige weisen auf den Baum hin, der aus der Wurzel Jesse entspringt. Das leuchtende Gelb und Grün um die Engelgestalt und das helle Licht von oben, das sich um den Hl. Geist konzentriert, weisen hin auf die Hoffnung für die Welt mit der Hilfe von oben. Entworfen wurde dieses Fenster und auch die übrigen Fenster des Hauptschiffes von Prof. Vinzenz Pieper aus Angelmodde. Die Ausführung dieses Fensters machte die Glasmalerei Hein Derix aus Kevelaer.
Mit der Verkündigung und der Empfängnis begann das irdische Leben Jesu, das mit seinem Leiden und Sterben endete.
Der Kreuzweg ist aus Bronze gestaltet. Entworfen wurde er von Bildhauer H. Bücker, Vellern. Er beginnt fast direkt nebem dem Verkündigungsfenster. So sind Anfang und Ende des irdischen Lebens Jesu ganz nahe beieinander. Die einzelnen Bilder konzentrieren sich auf wenige ausdrucksstarke Figuren und Formen.

Geht man betend und betrachtend den Kreuzweg entlang, so gelangt man von der letzten Station unmittelbar in die Kreuzkapelle. Das große Kreuz erbte unsere Gemeinde von Dr. Bernhard Kamp, der als Emeritus viele Jahre in der Gemeinde tätig war. Er erwarb es für wenig Geld auf einem Markt. Neben dem Kreuz befinden sich zwei bronzene Lebensbäume aus dem Jahr 2007, gestaltet von dem Künstler Bernd Cassau, Paderborn. Das große Kreuz Jesu und die kleinen Kreuze der Verstorbenen des Jahres an den Lebensbäumen sollen die Trauernden in ihrem Schmerz durch die Hoffnung auf das ewige Leben trösten.
Die Mitte des Taufraumes bildet der Taufbrunnen, mit dessen quellendem Wasser die Täuflinge getauft und in die Gemeinschaft mit Gott und der katholischen Kirche Christi aufgenommen werden. Der Geist Gottes schwebt in Gestalt einer Taube über dem Deckel des Taufbrunnens. Die Decke ist wellenförmig gestaltet. Die Fenster sind von Prof. Pieper grünblau wie das Wasser des Jordans gestaltet. Hier ist in einer der Waben der Hl. Johannes der Täufer zu sehen, der bereits erwähnt wurde.

Die Strahlenmadonna vorn links, gestaltet von dem Künstler Bücker, hält uns ihr Kind entgegen. Sie hat das Böse, die Schlange zu ihren Füßen, besiegt und will uns zeigen, wie wir mit Hilfe ihres Sohnes die irdische Pilgerschaft bestehen können. Josef, der Pflegevater Jesu, befindet sich auf einem großen Bronzebild ganz in der Nähe. Er tritt wie überall in den biblischen Geschichten als Pflegevater in den Hintergrund. Aber er handelte, wenn er gebraucht wurde und verdiente als Zimmermann mit seiner Hände Arbeit den Unterhalt für seine Familie.
Maria mit Kind und Josef bilden die Hl. Familie von Nazareth. Sie gab der Kirche ihren Namen "Zur Hl. Familie" und macht sie zum Vorbild für die Familien der Gemeinde.
Auf der Ecke zum Seitenschiff befindet sich der Grundstein der Kirche mit der Aufschrift "Christus unser Eckstein in Kirche + Familie". Die Fenster zur Sakristei waren ursprünglich ganz einfach verglast. Bei der großen Renovierung erhielten sie Alabastergläser mit farbigen Rahmen. Am 3. Adventssonntag, dem 13. Dezember 1998, dem 40. Jahrestag der Kirchweihe, wurde die neue Orgel feierlich eingeweiht. Sie wurde von der Orgelbaufirma Stockmann in Werl konzipiert und erbaut. Die Orgel hat 28 Register und 2 Manuale, mit denen man 64 Klangmöglichkeiten programmieren und per Knopfdruck abrufen kann. 59 Pfeifen von fast 2000 sind sichtbar. Das rund 480.000 DM (240.000 €) teure Instrument wurde ganz aus Spenden der Gemeindemitglieder und aus Erlösen von Basaren und Pfarrfesten bezahlt. Der warme Klang der Orgel wird von allen gelobt.

Mit den Symbolen "Dreieck - Kreuz - Taube" auf blauem Grund oben in der Apsis ist der Himmel mit dem Dreifaltigen Gott "Vater - Sohn - Heilige Geist" gemeint. Den Betern im Kirchenschiff soll stets das Ziel ihres Pilgerweges auf Erden vor Augen sein. Zwischen Himmel und Erde schafft das Kreuz mit dem Erlöser Jesus Christus eine Verbindung. Christen glauben, dass sie durch den Erlösertod Jesu Christi zum Himmel gelangen können. Das Kreuz ist geschmückt mit Edelsteinen als Zeichen der Wertschätzung und des Dankes für die Erlösung.
Der Kreuzestod wird in jeder Eucharistiefeier auf dem Altar in Brot und Wein vergegen-wärtigt. Die 12 Apostelbilder in der Apsis wurden 1978 in Bronze vom Künstler Baron gestaltet und 1993 vergoldet. Sie deuten darauf hin, dass die Kirche auf dem Zeugnis der Apostel erbaut wurde. Jedes Bild hat drei Teile. Bei Petrus zeigt das rechte Bild die Berufung durch Jesus am See Genezareth, das linke Bild Petrus am Feuer im Hof des Hohenpriesters, wo er dreimal Jesus verleugnet. Der Hahn erinnert ihn an die Vorhersage Jesu und Petrus bereut sein Versagen. Das mittlere Bild zeigt: Petrus will nicht gekreuzigt werden wie Jesus, sondern mit dem Kopf nach unten.
Der Künstler lässt auf allen Bildern die Gesichtszüge weg als Platzhalter für den Betrachter. Er soll sich mit der Abbildung identifizieren und sein Leben wiederfinden im vor ihm befindlichen Bild.
Beim Verlassen der Kirche hat man die großen Portalfenster beeindruckend vor sich. Sie stellen viele kleine Häuser dar. Es könnten die Familienhäuser unserer Gemeinde sein. Alle, die in dieser Kirche die Eucharistie feiern, sollen die Flamme des Hl. Geistes mitnehmen in ihre Häuser und Familien, so dass sie das Ziel der Hl. Familie immer ähnlicher zu werden, erreichen.
Das Weihwasserbecken für die Portale steht im Mittelgang und in der Nähe des Tauf-brunnens. Es will die Kirchenbesucher bei der Bekreuzigung mit Weihwasser an die eigene Taufe erinnern. Der Blick auf die Nordseite der Kirche zeigt die Beichtkapellen, die Nischen der Kirche, die Sakristei und das Seitenschiff. In der Sakristei werden die Messgewänder, die Gewänder der liturgischen Dienste und die Messgeräte aufbewahrt.
Das festliche Weihnachts-Messgewand stellt Maria mit dem Kind dar und den beschützenden Josef mit Stab und Mantel. Die Gottesfamilie der Hl. Dreifaltigkeit ist angedeutet durch die drei Engel.
Das Gewand zur Fastenzeit hat auf der Vorderseite die Dornenkrone als Zeichen des Leidens Jesu. Die Schlange ist Symbol des Bösen und der Schuld. Schuld entsteht durch Übertreten der Gebote der Gottes- und Nächstenliebe. Für die Gebote ist das Buch das Symbol. Die 30 Silberlinge erinnern an den Verrat Judas. Und der Hahn weist den Weg der Umkehr wie bei Petrus. Die Monstranz (lateinisch monstrare - zeigen), ein kostbares Gefäß, in dem das Hl. Brot ausgestellt werden kann, ist aus Gold gefertigt, mit Edelsteinen verziert und mit Silber hinterfangen. Sie wird an Fronleichnam feierlich durch die Gemeinde getragen oder bei Andachten zur Verehrung und Segnung genutzt.
    Im Turm der Kirche befinden sich fünf Glocken. Es sind
  • die Christusglocke (980 kg)
  • die Josefsglocke (550 kg)
  • die Marienglocke (370 kg)
  • die Ludgerusglocke (148 kg)
  • die Schutzengelglocke (148 kg).
Die Glocken läuten die Sonn- und Festtage ein. Sie künden von freudigen und traurigen Ereignissen. Die Gläubigen laden sie ein zu Gebet und Gottesdiensten. Von Weitem sieht man den vergoldeten Hahn oben auf dem m hohen Kirchturm. Er dreht sich mit ? über einem Kreuz im Wind. Der Hahn mahnt uns, wachsam zu sein. Im Jahr 1992/93 wurde im Keller der Kirche ein Raum als Meditationsraum gestaltet, der auch von den Kindern genutzt wird bei separat gefeierten Teilen der Familiengottesdienste. Die vier? Fenster wurden liebevoll gestaltet.

Wie die Sakristei ist auch dieser Raum nur bei vorheriger Anmeldung zu besichtigen.
Architekt
Dipl. Ing. E. M. Kleffner, Münster Kirchengebäude mit Turm
Künstler
H.G. Bücker, Vellern
Altar, Tabernakel, Altarkreuz, Ewiges Licht, Altarleuchter, Strahlenmadonna, Hl. Josef, Taufkapelle, Symbole der Dreifaltigkeit, Pieta, Apostelleuchter, Kreuzweg, Krippe
J. Baron, Unna-Hemmerde
Ambo, Neues Jerusalem, Apostelbilder, Figurengruppe auf der Taufkapelle
Prof. Vinzenz Pieper, Münster-Angelmodde
alle Fenster des Hauptschiffes

Baugeschichte
    ab
  • 1954
    Planung der Kirche
  • 1958
    Einweihung der Kirche
  • 1959
    Glocken (5)
  • 1959
    Pieta von Bücker
  • 1961
    1. Orgel der Firma Kruse, Lohne
  • 1960
    Kreuzweg von Bücker
  • 1965
    Umgestaltung des Chorraumes mit Aufhängen des Kreuzes, Verlegen des Tabernakels in den rechten Chorraum
  • 1966
    vergoldete Figurengruppe: Taufe Jesu durch Johannes
  • 1978
    Apostelbilder / J. Baron, Hemmerde Meditationsraum
  • 1998
    neue Orgel der Firma Stockmann, Werl

Dieser Bericht entstammt dem Kirchenführer "Zur Heiligen Familie".
Author und Erstveröffentlichung unbekannt.