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Kirchort St. Marien Vardingholt
Zur Zeit der Kirchweihe von St. Gudula war Vardingholt eine selbständige Gemeinde im Amtsverband Rhede mit vielen einzelnen Gehöften und eigenem Gemeindevorsteher, ab 1935 Bürgermeister ge-nannt. 1933 bestand der Ortskern aus einer Schule, dem Lehrerhaus, der Schmiede Stratmann und der Gastwirtschaft der Familie Stockhorst mit ihrer Landwirtschaft und einem kleinen Lebensmittelgeschäft. Jeden Sonntag machte sich die Vardingholter Bevölkerung auf den Weg nach Rhede, um dort die Sonntagsgottesdienste in der St. Gudula-Kirche zu besuchen; teils zu Fuß oder mit dem Fahrrad, mit dem Pferdewagen oder mit der Kutsche. Einer dieser Wege ist heute die Straße Alter Kirchweg. Nicht nur wegen der langen und teils beschwerlichen Wege wünschten sich seinerzeit die Menschen eine eigene Kirche. Jedoch fehlten die finanziellen Mittel.
Durch den Lotterie-Gewinn des Gastwirts Wilhelm Stockhorst, der einen Großteil zu diesem Zweck spendete, rückte das Kirchenbauvorhaben in erreichbare Nähe. Am 06.05.1933 fand eine Gründungsversammlung der Vardingholter Bevölkerung statt. Gegen den Willen des damaligen Rheder Pfarrers Josef Kreuzer nahm man das Bauvorhaben in Angriff. Wilhelm Stockhorst stellte am 08.06.1933 bei der Polizeiverwaltung in Rhede das Bauerlaubnisgesuch für eine Kirche. Bürgermeister Dörner von der Ortspolizeibehörde erteilte am 10.08.1933 die schriftliche Genehmigung. In den Archivunterlagen ist eine schriftliche Erklärung vorhanden über die Schenkung des Grundstückes zum Kirchbau in Vardingholt durch Seine Durchlaucht den Fürsten zu Salm-Salm . Der Bauentwurf stammt von dem Architekten Theodor Tepaße in Rhede. Eine Baukommission aus sechs Mitgliedern sorgte sich um den zügigen Fortgang der Maßnahme. Rheder und Vardingholter Handwerker und Unternehmer führten den Bau in nur einem halben Jahr aus. Nach der Grundsteinlegung am 19.07. 1933 war viel Eigenleistung der Vardingholter gefragt, um den Bau des Gotteshauses fertig zu stellen. Auch die spätere Innenausstattung wurde durch zahlreiche Spenden realisiert. Die feierliche Einweihung der St.-Marien-Kirche erfolgte am 17.01. 1934 durch den gerade erst ernannten Bischof von Münster, Clemens August Graf von Galen (1933-1946) unter Beteiligung der ganzen Christengemeinde. Die neue Kirchengemeinde Vardingholt gehörte nun zum Seelsorgebezirk der St. Gudula Gemeinde. Eine Urkunde, die den Seelsorgebezirk in ein weitgehend selbständiges Pfarrrektorat mit festen Grenzen umbenennt, stellte Bischof Michael Keller von Münster am 19.06.1950 aus. Jetzt war die Gemeinde St. Marien seelsorglich weitestgehend selbständig, vermögensrechtlich je doch an St. Gudula gebunden. Schon im Jahre 1933, also vor Einweihung der Kirche, wurde der Kirchenchor St. Marien gegründet. Damals, wie auch heute, wurde und wird bei Stockhorst geprobt. Der erste Chorleiter war der Leiter der damaligen Volksschule, Lehrer Josef Schmidt.
Nach dem Kriege wurden die ersten Einfamilienhäuser im Umfeld der St.-Marien-Kirche gebaut. Es entstand nach und nach ein großes Siedlungsgebiet, das in den letzten Jahren mit neuen Bauplätzen wiederum erweitert wurde.
Eine weitere Grundstücksschenkung durch Bernhard Tubesrößing ermöglichte die Anlegung eines eigenen Friedhofes in der Nähe der St.-Marien-Kirche. Die erste Gebührenordnung ist datiert auf den 19.05.1946. Bis dahin fanden die Beerdigungen auf dem St. Gudula Friedhof in der Nähe des Krankenhauses statt.
Durch den Bau der Kirche in Vardingholt hat sich eine Pfarrgemeinde entwickelt, in der viele innerpfarrliche und auch andere Gruppen entstanden sind, wie Frauengemeinschaft (KfD), Männerge-meinschaft, Kirchenchor, Landjugend (KLJB), Laienspielschar, Jugendtreff, Messdiener(innen)-Gruppe, Seniorengemeinschaft, Landfrauen, Tanz- und Gymnastikgruppen usw. Außerdem sind heute der "Spielmannszug Vardingholt Kirche 1953 e. V." und der Fußballverein "Grün-Weiß Vardingholt" sehr aktiv in der Jugend- und Gemeindearbeit. Zum Jahrestag der Einweihung der Kirche findet alljährlich ein Kirchweihfest statt. Aus diesem Anlass führt die Laienspielschar Vardingholt mittlerweile schon über 50 Jahre jeweils ein plattdeutsches Theaterstück bei Stockhorst auf.
Auf einer Schützenversammlung Palmsonntag 1949 änderte der damals bestehende Schützenverein Vardingholt seinen Namen in Schützenbruderschaft St. Georgi Vardingholt-Kirche. Die Fahnenweihe er folgte ein Jahr später.
Die Schule an der Kirche in Vardingholt wurde 1970 geschlossen. Die Stadt Rhede ist weiterhin Eigentümer der Gebäudeteile. Heute ist im alten Gebäude das Pfarrheim mit einer Bücherei eingerichtet und in dem neueren Teil der Kindergarten St. Georg. Träger des Kindergartens und der Bücherei ist die Kirchengemeinde St. Marien Vardingholt. Das Pfarrheim wird von allen Vardingholter Vereinen und Gruppen ge nutzt.

    Geistlichkeit St. Marien Vardingholt:
  • Von 1934 bis 1945 verschiedene Patres aus dem Kloster Burlo, von 1945 bis 1948 Pater Walgenbach (nur einige Tage in der Woche).
  • 1948 erfolgte der Bau des Pfarrhauses, in das Pater Heinrich Walgenbach einzog. Von 1948 bis
  • 1954 Pastor Walgenbach, vom 18.12.1954 bis 02.10.1960 Pastor Werner Holtkamp, vom
  • 01.10.1960 bis 16.10.1979 Pastor Josef Remmersmann, vom
  • 22.04.1981 bis 27.10.2000 Pater Hendrikus Olthof SJ, vom
  • 28.10.2000 bis heute Betreuung über St. Gudula Rhede.
  • Im Jahre 1977 bat Pastor Remmersmann (St. Marien Vardingholt) aus gesundheitlichen Gründen Pfarrer Schüttert (St. Gudula Rhede), die Aufgaben des Pfarrverwalters von St. Marien zu über nehmen.
  • Von 02.01.1978 bis 28.10.2007 ist Pfarrer Schüttert Pfarrverwalter der Kirchengemeinde St. Marien Vardingholt.
  • 28.10.2007: Fusion der vier Rheder Kirchengemeinden mit dem Namen St. Gudula.
  • alle weiteren Daten ab dem Fusionsdatum sind unter der Rubrik: Historie St. Gudula aufgeführt
Die Pfarrgemeinde St. Marien Vardingholt entwickelte sich in all den Jahren zu einer lebendigen Gemeinde, in der inner pfarrliche, aber auch außerkirchliche Gruppen aktiv das Gemeindeleben gestalten.
Dieser Bericht für die Festschrift St. Gudula ist zustande gekommen unter freundlicher Mithilfe von:
Anna Klein-Oerde (ehemalige Pfarrsekretärin), Johann Möllmann
(Pfarrgemeinderatsmitglied/Friedhofswärter), Pfarrer Schüttert (ehemaliger Pfarrverwalter St. Marien),
Helmut Stockhorst (Enkel von Herrn Wilhelm Stockhorst), Bernhardine Warning, geb. Tubesrößing,
Josef Dalhaus, insbesondere Aloisia Lensing, der jetzigen Pfarrsekretärin.