Zur Heiligen Familie

Die Kirche Zur Heiligen Familie wurde vor 50 Jahren erbaut. Da die große St. Gudulakirche an den Sonntagen überfüllt war und Bischof Michael Keller überschaubare Seelsorgebezirke wünschte, wurde ab 1954 der Neubau geplant. Am 28.02.1957 erfolge der erste Spatenstich und am 28.04.1957 wurde der Grundstein gelegt. Am 14.12.1958 wurde die Kirche durch Weihbischof Heinrich Baaken eingeweiht. Der Architekt des Gebäudes war Dipl. Ing. E. M. Kleffner aus Münster. Die Inneneinrichtung wurde zum größten Teil von H. G. Bücker, Vellern, gestaltet, einige spätere Ergänzungen von Josef Baron, Hemmerde. Die Fenster wurden von Prof. Vinzenz Pieper, Münster-Angelmodde, entworfen.

 

Betrachtet man die aus Ibbenbürener Bruchstein erbaute Kirche vom Osten, deutet das Gebäude eine Schiffsform an. Von der Westseite laden das vorragende Dach und die vorspringenden Mauern der Seitenkapellen zum Eintreten ein. Zwischen den beiden Haupteingangstüren befindet sich die Taufkapelle, deren blaugrüne Verglasung den Jordan andeuten soll. Auf dem Dach der Taufkapelle befindet sich eine vergoldete Darstellung des Hl. Johannes des Täufers, der Jesus am Jordan tauft. Eine weitere Darstellung des Hl. Johannes befindet sich in einem der Wabenfenster. Die Figur kann man im Inneren der Taufkapelle sehen.

Betritt man die Kirche von der Westseite durch die Hauptportale, so muss man zuerst den Türgriff in Form eines Drachens niederdrücken. Der Drache ist ein Symbol des Bösen. Der benachbarte Türgriff hat die Form eines Engels. Der Engel bietet Hilfe und Schutz im Kampf gegen das Böse. In der Kirche mit ihren starken Mauern fühlt sich der Besucher geschützt und geborgen wie in einer Burg.
Die erste große Renovierung erfolgte im Jahr 1965. Das Dach wurde 2000 erneuert.

Im Innenraum der Kirche richtet sich der Blick über das lange Kirchenschiff gen Osten auf den Altar als den Mittelpunkt des Raumes. Der Altar ist als schlichter, stabiler Tisch aus hellem Marmor geformt. Er hebt sich deutlich vom dunklen Fußboden der Kirche und der erhöhten Altarinsel ab. Im Altartisch befinden sich Reliquien von Papst Pius X., von der hl. Maria Goretti und vom hl. Ignatius. Den Altartisch und die großen Kerzenständer entwarf der Bildhauer Bücker aus Velbern.
Die Gestaltung des Ambo (Lesepult) erfolgte durch den Künstler J. Baron. Er wählte den gleichen hellen Marmor, aus dem der Altar gestaltet ist. Die Bronzeplatte auf dem Ambo stellt das Pfingstgeschehen dar. Viele Feuerzungen in Form eines Feuervogels kommen herab auf die mit Maria versammelten Apostel. Rechts neben der Altarinsel befindet sich der Tabernakel, dessen Türen ein Zelt andeuten.

Direkt neben dem Tabernakel befindet sich das große Verkündigungsfester. Entworfen wurde dieses Fenster und auch die übrigen Fenster des Hauptschiffes von Prof. Vinzenz Pieper aus Angelmodde. Die Ausführung dieses Fensters machte die Glasmalerei Hein Derix aus Kevelaer.

Der Kreuzweg ist aus Bronze gestaltet. Entworfen wurde er von Bildhauer H. Bücker, Vellern. Er beginnt fast direkt nebem dem Verkündigungsfenster.

 

Von der letzten Station des Kreuzwegs aus gelangt man unmittelbar in die Kreuzkapelle. Das große Kreuz erbte unsere Gemeinde von Dr. Bernhard Kamp, der als Emeritus viele Jahre in der Gemeinde tätig war. Er erwarb es für wenig Geld auf einem Markt. Neben dem Kreuz befinden sich zwei bronzene Lebensbäume aus dem Jahr 2007, gestaltet von dem Künstler Bernd Cassau, Paderborn.

Die Strahlenmadonna vorne links wurde von dem Künstler Bücker gestaltet. Josef, der Pflegevater Jesu, befindet sich auf einem großen Bronzebild ganz in der Nähe. Maria mit Kind und Josef bilden die Hl. Familie von Nazareth. Sie gab der Kirche ihren Namen "Zur Heiligen Familie" und macht sie zum Vorbild für die Familien der Gemeinde.

Am 3. Adventssonntag, dem 13. Dezember 1998, dem 40. Jahrestag der Kirchweihe, wurde die neue Orgel feierlich eingeweiht. Sie wurde von der Orgelbaufirma Stockmann in Werl konzipiert und erbaut. Die Orgel hat 28 Register und 2 Manuale, mit denen sich 64 Klangmöglichkeiten programmieren und per Knopfdruck abrufen lassen. Von fast 2000 Pfeifen sind 59 sichtbar. Das Instrument wurde ganz aus Spenden der Gemeindemitglieder und aus Erlösen von Basaren und Pfarrfesten bezahlt.

 

Die 12 Apostelbilder in der Apsis wurden 1978 in Bronze vom Künstler Baron gestaltet und 1993 vergoldet. 

 

Das Weihwasserbecken für die Portale steht im Mittelgang und in der Nähe des Taufbrunnens. Es will die Kirchenbesucher bei der Bekreuzigung mit Weihwasser an die eigene Taufe erinnern. Der Blick auf die Nordseite der Kirche zeigt die Beichtkapellen, die Nischen der Kirche, die Sakristei und das Seitenschiff.

Im Turm der Kirche befinden sich fünf Glocken.

  • die Christusglocke (980 kg)
  • die Josefsglocke (550 kg)
  • die Marienglocke (370 kg)
  • die Ludgerusglocke (148 kg)
  • die Schutzengelglocke (148 kg).

Dieser Bericht entstammt dem Kirchenführer "Zur Heiligen Familie".
Author und Erstveröffentlichung unbekannt.